Das Auto verliehen

Es war ein windiger, sonniger Herbsttag vor 5 Jahren. Ich schlenderte durch die Innenstadt und wollte noch eine runde im Park spazieren gehen, da sah ich sie! Meine Traumfrau, das war der erste Gedanke, der mir kam. Sie hatte mittelbraunes, glattes, seidig glänzendes bis zur Schulter fallendes Haar, ein fein geschnittenes Gesicht, das sie dezent geschminkt hatte. Ihre Augen konnte ich auf die Entfernung leider nicht genau erkennen. Sie trug einen kurzen Kostümrock und Pumps, die gerade noch als elegant zu bezeichnen waren. Ihre Beine waren wohlgeformt, nicht solche Schaschlikspieße, oder diese Frauenbeine, die wie ein Dreieck nach oben einfach immer breiter werden. Nein, sie hatte genau die richtigen Kurven in den Beinen.

Leider konnte ich den Rest ihrer Figur wegen der dicken Teddyfelljacke, die sie trug, nicht erkennen. Ich musste sie einfach kennenlernen, dieser Gedanke ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Und so folgte ich ihr im Abstand von etwa 20 Metern. Sie hatte für ihre hohen Hacken einen beachtlichen Schritt drauf. In Gedanken ging ich neben ihr und hatte meinen Arm um dieses Traumgeschöpf gelegt. Plötzlich kam mir ein unangenehmer Gedanke. Was war, wenn sie liiert oder gar verheiratet war? Ich schätzte sie auf Anfang 30, in dem Alter sind die meisten guten Frauen schon lange fest gebunden und haben vielleicht sogar eine Schar Kinder, die zu Hause auf sie wartet. Nein, meine Traumfrau hatte ein Leben lang auf mich gewartet und sich nie wirklich fest gebunden, davon war ich überzeugt. Ich schlich mittlerweile schon eine Viertelstunde hinter ihr her, fast kam ich mir vor, als würde ich etwas unrechtes tun.

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