Blasenentzündung nach dem Sex

Was ist die Ursache?

Nicht alle HTIs werden durch Sex ausgelöst (deswegen werden sie auch nicht als sexuell übertragbare Infektion klassifiziert), aber Sex steigert laut der Mayo Clinic auf jeden Fall das Risiko einer HTI. Warum? Weil die Infektion durch Bakterien entsteht, die nichts in der Blase zu suchen haben. Durch penetrativen Sex gelangen sie von einem Körperteil (wie dem Po) zum anderen (der Harnröhre). Und dann ist es nur noch ein kurzer Weg bis zur Blase. Genau diese kurze Distanz ist übrigens der Grund dafür, dass Menschen mit einer Vagina öfter an Blasenentzündungen leiden als Menschen mit einem Penis. Bei Letzteren ist die Harnröhre nämlich viel länger. Die Bakterien werden also meist wieder rausgespült, bevor sie eine Chance haben, nach oben zu wandern. Die National Kidney Foundation (eine amerikanische Gesundheitsorganisation mit Fokus auf Nieren und Harntrakt) berichtet, etwa jede fünfte Person mit einer Vagina bekommt in ihrem Leben mindestens einmal eine HTI. Unfair, aber so ist es leider. Schuld an der HTI ist, wie schon gesagt, oft der Geschlechtsverkehr. Es liegt also nahe, dass Ärztinnen und Ärzte, die viele Patient*innen mit durch Sex verursachten Infektionen den Euphemismus Honeymoon-Zystitis geprägt haben. Schließlich haben die meisten während der Flitterwochen sehr viel Sex. Allerdings bezieht sich der Begriff nicht nur auf den Strandurlaub nach der Hochzeit, sondern auch auf die Anfangszeit einer neuen Beziehung: die Honeymoon-Phase, so die Gynäkologin Dr. Judith Reichman.

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